How’s Work? – Beschäftigtenstudie der Techniker Krankenkasse

Präsentismus, Schlafverhalten und gesunde Ernährung: die Beschäftigtenstudie „How’s Work“ der Techniker Krankenkasse untersucht wichtige Faktoren, die Arbeitnehmer*innen beschäftigen. Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung ist die hohe Belastung; so haben 40 Prozent der Befragten zu wenig Zeit für die Erledigung ihrer Aufgaben und müssen oft oder immer sehr schnell arbeiten. Alarmierend ist auch, dass über die Hälfte der Beschäftigten manchmal, häufig oder sogar sehr häufig krank arbeitet, auch gegen deutlichen ärztlichen Rat. Über ein Drittel arbeitet sogar mit schweren Krankheitssymptomen. Dabei darf auch im Home Office nicht vergessen werden: krank ist krank!

Gerade für sitzende Tätigkeiten ist regelmäßige Bewegung eine wichtige Abwechslung. Allerdings sind es gerade diejenigen, die sich auch privat oder eigenverantwortlich viel bewegen, die sich zusätzliche Angebote am Arbeitsplatz wünschen. Immerhin: Über ein Fünftel der Beschäftigten bewegt sich ausreichend und fast 65 Prozent erzielen zusätzliche Gesundheitseffekte durch die Integration körperlicher Bewegung in ihren Alltag.

Gesundheitseffekte lassen sich auch durch eine ausgewogene Ernährung erzielen. Diese wird, gemessen an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), aber lediglich von 2,3 Prozent der Beschäftigten erreicht. Insgesamt essen Frauen tendenziell mehr Obst und Gemüse als Männer, Beschäftigte aus den neuen Bundesländern mehr als solche aus dem Westen. Eine wichtige Rolle spielen offensichtlich Kantinen: so sehen zwar fast 65 Prozent der Beschäftigten hier Handlungsbedarf für die eigene Organisation, insgesamt wird aber in Großunternehmen und öffentlichen Einrichtungen, die häufiger Betriebsverpflegung anbieten, gesünder gegessen. Eine wichtige Rolle spielt zudem das Trinkverhalten: während jüngere Menschen (bis 29 Jahre) die empfohlene Flüssigkeitsmenge von mindestens eineinhalb Litern pro Tag zu fast 70 Prozent erreichen, sinkt die Trinkmenge mit steigendem Alter stetig. Fast 40 Prozent der Befragten trinkt demnach zu wenig – ein Problem für Körper und Geist: „Schon ein geringer Flüssigkeitsverlust schränkt die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit ein und verringert die Konzentration und Reaktionsfähigkeit“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Die Studie, die im Auftrag der TK durch das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung durchgeführt wurde, liefert weiterhin Ergebnisse zum Schlafverhalten von Arbeitnehmer*innen (schlechterer Schlaf mit zunehmendem Alter, aber „Power Naps“ am Nachmittag vor allem durch jüngere Beschäftigte), zur Unterstützung von Kolleg*innen (je besser das Verhältnis innerhalb der Belegschaft desto größer die Zufriedenheit mit der Arbeit insgesamt) und den Einfluss der Führungsqualität auf die Arbeitszufriedenheit.

Gerade jetzt, wo die Arbeitswelt sich anhand der neuen Herausforderungen rasant weiterentwickelt, sind Unternehmen gefragt, ihre Beschäftigten gesund zu halten und langfristig zu motivieren. Arbeit trotz teils schwerer Erkrankung, auch ansteckungsfrei im Home Office, ist genauso kontraproduktiv für die individuelle Gesundheit wie für die Leistungsfähigkeit, das Ruhebedürfnis von Arbeitnehmer*innen aufgrund von Überarbeitung der auch allgemeiner Belastung ernst zu nehmen und Gesundheitsförderung sinnvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die Studie der Techniker Krankenkasse liefert für diese Perspektiven die wichtigsten Grundlagen.

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